Verhalten in Zeiten von Corona

In Zeiten von Corona

Es wird viel geschnackt! 
Mittlerweile wird demonstriert, das Volk geht auf die Straße und erhebt seine Stimme.
 
Das ist begrüßenswert.
Diese Stimme wird gehört, auch außerhalb von Wahlen.
 
Wir sind uns sicherlich einig, dass sich darunter auch Meinungsbildungen befinden, die extrem unkritisch systemkonformistisch sind, oder extrem systemanarchistisch.
 
Was bleibt ist das System des Staates als Souverän!
 
Die Regierung und die von ihnen getroffene Entscheidungen werden gestützt.
So funktionieren Länder.
 
Wenn schon das Kennedysche Paradigma:
 „Frage nicht was Dein Land für Dich tun kann sondern frage Dich, was Du für Dein Land tun kannst“ 
…in fast keinem Lebensbereich mehr zu finden ist, dann möchte ich daran erinnern, dass ein Land und seine Menschen immer nur so stark und wehrhaft ist, wie die Akzeptanz der grundlegenden Werte.
 
Am Ende des Tages befolgen wir alle die Beschlüsse.
 
 Hier noch mal die offizielle Stellungnahme der Bundesregierung.
Stand 12.05.2020, der die Regelung bis nach Ostern 2020 verlängert.
Leitlinien für das Verhalten und die Bewegungsfreiheit und Mobilität ab dem 23.03.2020
  1. 1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandsauf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  2.  
  3. 2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter (1) genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern, besser noch von zwei Metern einzuhalten.
  4.  
  5. 3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren[nicht]* im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
  6.  
  7. 4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiterhin möglich.
  8.  
  9. 5. Gruppenfeiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sollen von Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.
  10.  
  11. 6. Gastronomiebetriebe werden
  12. geschlossen.
  13. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.
  14.  
  15. 7. Dienstleistungsbetriebeim Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil man in diesem Bereich eine körperliche Nähe hat, die ja unabdingbar für die Berufsausübung ist, und sie deshalb nicht zu den Leitlinien, die wir uns gegeben haben, passen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiterhin möglich.
  16.  
  17. 8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschrifteneinzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmenfür Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
  18.  
  19. 9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben. 
  20.  

Später wissen wir mehr

Wir können diese Pandemie erst im Nachhinein richtig betrachten und bewerten können. 
 
Kritiker der aktuellen Maßnahmen sagen Ihre Meinung in den Medien und Wiedersprechen den offiziellen Leitlinien der Bundesregierung und auch denen z.B. des Robert Koch Instituts. Deren Schlussfolgerungen sind zu respektieren und  nachvollziehbar.
 
Wir werden irgendwann wissen ob wir mittels eines medial ausgebreiteten banalen Schnupfens die Weltwirtschaft an die Wand gefahren haben werden, oder ob wir die größten gesundheitlichen Herausforderung dieses Jahrhunderts miterlebt haben, die zu völlig neuen Verhaltensregeln führen wird?
 
Und ob wir ohnmächtige Zeugen eines beispiellosen Sterbens schwer kranker Menschen waren, an dessen Ende in weniger entwickelten Ländern womöglich nur noch namenlose Massengräber stehen werde?
 
In einem Jahr werden wir darüber qualifiziert Auskunft geben können. 
Im Augenblick sind das nur Spekulationen und Gedankenspiel.
Diesen möchte ich das Leben meiner Liebsten keinesfalls anvertrauen.
Ich selbst möchte mich an dem Diskurs nur insofern beteiligen, als es mein eigener, Horizont erlaubt.

Meine bisherigen Erfahrungen

Was qualifiziert mich zu einer Stellungnahme?
 
Ich bin seit 1983, seit 37 Jahren im medizinischen Bereich tätig.
Anfangs als pflegende studentische Nachtwache im Halbtags – Nebenjob in der Uniklinik Ulm v.a. in intensivmedizinischen Bereichen.
 
Später als kardiologischer Assistenzarzt.
 
Als Truppenarzt mit Manövererfahrung, die den Massenanfall von Verletzten und Verwundeten mit ABC – Kontamination imitierten.    ( A für atomar, B für biologisch = bakterielle/ virale Exposition und C für chemische Kampfstoffe / Gifte ).
 
Als Assistenzarzt im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm auf den Stationen Neurologie, Urologie, Chirurgie und Innere Medizin.
 
Seit 1999 bin ich niedergelassener Arzt in Oldenburg (OL).
 
Meine Stellungnahme 
 
Niemals habe ich vergleichbare Röntgenbilder der Lunge bei Virusinfekten gesehen.
 
Niemals sah ich weinende Pfleger, Schwestern und Ärzte, weil sie komplizierten Verläufen einer normalen Grippe oder banalen Erkältungskrankheiten nicht gewachsen waren, sondern sich an ihre Belastungsgrenzen getrieben sahen.
 
Niemals sah ich Zelte als mobile Krankenhäuser, außerhalb von Kriegszuständen oder simulierender Manöver.
 
Niemals sah ich umgebaute Züge zur Verlegung von Kranken in andere Krankenhäuser, niemals Hubschrauber die wie Taxis in der Rushhour Patienten von Krankenhaus zu Krankenhaus fliegen, noch nie Kühltransporter für Tote .…
 
Ich bin erschüttert, dass es Menschen gibt, die das augenscheinliche nicht sehen.

Danke und Danke nein!

Danke an alle Verschwörungstheoretiker, Beschwichtigter, Argumentierer und Weggucker. 
Ich habe Eure Erklärungen gelesen und verstanden.
 
Und ja, ich habs gehört: „Schweden ist völlig verantwortungslos!“, wie der gesundheitspolitische Sprecher einer Partei nimmer müde wird zu wiederholen.
 
Oder sind wir (die Staaten mit Lockdown) es? 
Immerhin liegt Schweden bei der Zahl der Übersterblichkeit hinter Italien, Spanien, Frankreich oder Belgien und England
 
Ich selbst nehme „die Lage“ ernst.
 
Warum?
 
Ich habe mir angewöhnt im Sinne von Kranken und Schwachen in „worst case“ Szenarien zu denken.
 
Was geschieht im schlimmsten Fall, wenn vorhandene Warnhinweise und Alarmzeichen bei ihnen fehlgedeutet werden und der schlimmste aller möglichen Verläufe oder Fälle eintritt? Könnte ich damit leben, die zur Verfügung stehenden banalen Vorsichtsmaßnahmen vernachlässigt zu haben?
 
Genau diese Situation haben wir derzeit!
 
Wir haben in unserer Praxis schon frühzeitig für Schutz gesorgt und sind schon seit Wochen mit Masken unterwegs. Das sorgte zu Beginn für viel Belustigung. Es war schwer für uns das in aller Öffentlichkeit zu ertragen und durchzuhalten denn im Zug waren wir die Einzigen.
 
Ich verstehe jeden, der darüber kritisch lästert.
 
Ein uns bekanntes Ehepaar kam dieser Tage aus Asien zurück.
Dort trägt jeder der hustet uns schnupft schon seit Jahrzehnten eine Schutzmaske für die Anderen. Nicht erst seit Covid 19.
 
Als das Paar in Frankfurt aus dem Flieger stieg traf sie „Die Scham“ , die Maske weiterhin anzubehalten, weil in Deutschland zu dem Zeitpunkt und bis heute kaum ein Mensch eine Maske trägt.
 
Scham ist eine so eine ureigen deutsche Erfindung, dass es als Begriff in anderen Sprachen einfach übernommen wurde. 
 
Es liegt nicht nur daran, das es einfach keine Masken gibt, es ist die Scham sich als „Weichei“ zu outen, die überwiegt.
 
Ich rate jedem der kann, einen Atemschutz zu tragen unabhängig davon was im Netz für Aussagen (bringt ja eh nix) kursiert..

Warum sollte ich eine Maske tragen?

Wenn ein Mensch hustet oder niest, selbst wenn er nur spricht, hinterlässt er ein feines Luft-Flüssigkeitsgemisch, ein Aerosol in der Luft.
 
Sehr schön sieht man das, wenn es draußen sehr kalt ist und unser Atem als Atemwolke in der kalten Luft sichtbar wird.
 
Dieses Aerosol kann voller Krankheitserreger / Viren sein.
 
In unbewegter Luft z.B. in nicht belüfteten Räumen, halten sich solche Aerosolwolken bis zu 20 Min. in der Luft.
 
Also lüften Sie bitte regelmäßig Ihre Räume, dann ziehen diese „Nebelschwaden“  ab!
 
Wer möchte denn schutzlos durch diese Wolke aus feinsten Tröpfchen mit Krankheitserregern gehen?
 
Die Tröpfchen mit den Krankheitserregern bleiben auf Stoff- und Synthetikfasern hängen.

Das heißt:

Bereits ein Hemd, ein Schal, ein Baumwollmundschutz und dann natürlich die dafür hergestellte Atemschutzmasken, verhindern die Bildung dieser Atem- Sprechwölkchen. Von den „Tsunamis“ die beim Husten und Niesen entstehen, mal gar nicht erst zu sprechen.
 
Natürlich passen einzelne Viren von ihrer Größe her locker durch solche Gewebe,  aber ob die Menge, die das dann noch schafft gegen ein gutes Immunsystem eine Infektion zu Wege bringt, das kann Ihnen niemand mit Sicherheit sagen.
 
Tröpfchen verfangen sich in einem Atemschutz, egal welcher Klasse! Und es sind die Tröpfcheninfektionen, die krank machen, das wissen wir mit Sicherheit.
 
Und spätestens an dieser Stelle möchte ich auch mit niemandem mehr weiter diskutieren.
 
Ich gehöre zu den Menschen die etwas tun, während mir andere erklären wollen, dass etwas angeblich nicht funktionieren soll, das Kulturen schon jahrzehntelang mit Erfolg anwenden und damit niemandem schaden und ganz vielen nützen, wieder aller Scham.
 
Ich lasse jeden mit seiner Meinung gelten, diskutieren können wir ganz am Schluss.
 
Aber bitte, lassen Sie mich damit im Augenblick in Ruhe!

Besserwisser sind nämlich Schlechtermacher!

Wenn Euch meine Erklärung gefällt, dann bitte verbreitet sie.
 
Wenn Ihr sie nicht mögt, dann sagt darüber was immer Ihr wollt.
 
Erwartet nur nicht, dass ich mit Euch darüber diskutiere.
 
Das ist Politik und die müssen Politiker gestalten. Und zwar zu jeder Zeit diejenigen, die wir dafür gewählt haben.
 
In der Zeit während andere diskutieren und Journalisten kommentieren, werde ich lieber etwas Sinnvolles tun, z.B. einem Bedürftigen helfen;  und sei es nur mit einer Rolle Klopapier!
 
Danke an Alle, die mit Ihrem Zuspruch die Aufrechterhaltung des Gemeinwohls ermöglichen! 

Ralph Reck

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